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Pflegeeltern werden
Mitunter natürlich in erster Linie seelische Defizite und Bindungsunsicherheiten. Neue Kinder in Familiensystemen brauchen meist jene Zeit zur Eingewöhnung, so alt sie beim Wechsel in die neue Familie sind.
Es kann sein, dass das neue Kind in der Pflegefamilie zuerst sehr angepasst ist - und erst nach Gewinnung von Sicherheit problematisches Verhalten aufweist. Das ist ein Zeichen der Bindung (denn nun vertraut einem das Kind auch seine Probleme, Ängste und Aggressionen an) und dieses Vertrauen sollte von Pflegeeltern als positiv bewertet werden.
Je nach persönlicher Vorgeschichte sind es vor allem Entwicklungsrückstände, die bleiben können - aber nicht müssen. Oft entfaltet sich eine rasante Entwicklung, wenn dem Kind Liebe, Förderung und ein angstfreier Rahmen zuteil wird.
Bei den Vorgesprächen rund um die Bewerbung können von den Pflegeeltern gesundheitliche Beinträchtigungen und Risken (Hepatitis C, Drogenentzug, HIV,..) für das zu vermittelnde Kind ausgeschlossen werden. Es ist ratsam sich realistisch vor der Übernahme eines Kindes zu überlegen, mit welchen Beeinträchtigungen und mit welcher Geschichte des Kindes man leben kann oder nicht.
Bezüglich Therapien gibt es aber selbstverständlich (auch finanzielle) Unterstützung durch das RAP oder das jeweilige Jugendamt. (siehe dazu Zuwendungen für das Pflegekind).
Je nach Vorgeschichte des Kindes sollte man sich allenfalls auf Obsorge- / Besuchsrechtstreitigkeiten vor Gericht gefasst machen. Leider gibt es auch leibliche Eltern (selbstverständlich weit nicht alle), die trotz offensichtlicher Gefährdung und massiver Vernachlässigung der Kinder kein Unrechtsempfinden oder Verständnis für das Kindeswohl entwickeln konnten. Da es ein Grundrecht ist, dass jedem Bürger der Weg zu Gericht frei steht, kommt es auch hier leider immer wieder zu Konfrontationen. Diese - oftmals verunsichernde - Belastung sollte man realistischerweise vorab auch bedenken.