Hauptmenü
Krisenpflege & Dauerpflege
Die meisten Adoptivkinder sind am Anfang Pflegekinder....
Pflege vs. Adoption
Der große rechtliche Unterschied ist, dass Adoptiveltern das Kind zunächst in unentgeltliche Pflege mit Adoptionsabsicht nehmen und nach einem Zeitrahmen von einem halben Jahr das Kind vertraglich und mittels Gerichtsbeschluss einem "leiblichen Kind gleichgestellt wird".
Pflegeeltern sind (laut Jugendamt) Kooperationspartner der Jugendwohlfahrt und werden mit der Übernahme eines Pflegekindes mit Pflege und Erziehung ausgestattet bzw. mit den Teilen der Obsorge, die für das Alltagsleben notwendig sind (siehe Pflegeelternpass).
Wenn Sie sich ausschließlich für eine Adoption im Inland interessieren, wenden Sie sich bitte in Wien an das RAP (Referat für Adoptiv- und Pflegekinder) und in den Bundesländern an das jeweilige Jugendamt.
Die Kriterien (Alter, etc.) bei der Vermittlung sind in den Budnesländern verschieden, alle gemeinsam haben Sie aber, dass Adoptivkinder nur an verheiratete Paare vermittelt werden, es wird auch nur eine Vermittlung pro Paar durchgeführt (man kann sich also nicht zwei oder mehr Kinder nacheinander adoptieren).
Als Pflegefamilie kann man sich aber für ein Adoptivkind anmelden, auch wenn man schon ein oder mehrere Pflegekinder vermittelt bekommen hat.
Bericht 2008:
Zur aktuellen Situation von Adoptionen:
(aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2008 in Wien)
Den ganzen Bericht können Sie hier Downloaden.
Herzlichen Dank an das RAP für die Zurverfügungstellung der Unterlagen!
Adoption
2008 wurden 27 Säuglinge in Wiener Adoptivfamilien untergebracht. Von diesen 27 Kindern sind 12 anonym geboren. Aufgrund unsicherer gesundheitlicher Prognosen musste ein Kind vorübergehend in Krisenpflege untergebracht werden. 1 Kind kam aus der Babyklappe und bei 13 Kindern unterzeichneten die Mütter/Eltern eine Freigabe. Ein Kind wurde aus der Krisenpflege in eine Adoptivfamilie vermittelt, da die Mutter bereits kurz nach der Geburt untertauchte. Hier wurde die Adoption von der Behörde ausgehend bei Gericht beantragt.
2008 wurde nicht nur die Adoptionsstelle "aufgelöst", sondern es gaben 9 Mütter ihre Kinder zur offenen Adoption frei. Es zeigen sich durch den Zusammenschluss des Adoptionsbereiches mit dem Pflegekinderbereich nicht nur Synergien für den Pflegekinderbereich, sondern die zunehmende Offenheit der Adoptiveltern in allen Bereichen (gesundheitliche Risiken, Zunahme der Bereitschaft zu offenen Adoption, rechtliche Unsicherheit). Aber auch in der Beratung der Mütter ist es gelungen, sie für mehr Offenheit (also Kennenlernen der Adoptiveltern, eventuelle Kontakte) zu gewinnen. Auch wenn es den Müttern letztendlich nicht möglich ist, unmittelbar nach der Geburt mit den Adoptiveltern in Kontakt zu treten, so haben sie diese Möglichkeit auch zu einem späteren Zeitpunkt, den manche auch nützen.
Durch die Zunahme der Adoptivwerber für eine Inlandsadoption und die gleichzeitige Abnahme der zur Adoption freigegeben Kinder hat sich die Aussicht für Adoptiveltern, die sehr eingeschränkt in ihren Vorstellungen sind, ein Adoptivkind vermittelt zu bekommen, sehr verringert.
Den SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder ist es im Arbeitsfeld Adoption möglich, den Vermittlungsgrundsatz "für das Kind die geeigneste Familie auszuwählen" vollkommen einzuhalten.
2008 wurden 31 Adoptionen per Gerichtsbeschluss beendet. 3 Freigaben wurden widerrufen. Ein Widerruf erfolgte noch vor der Übernahme des Kindes durch die Adoptiveltern. Bei einem Widerruf löste die Mutter die Anonymität auf. Dies erfolgte erst nach 6 Monaten. Der Antrag liegt nach wie vor beim Bezirksgericht. Eine Entscheidung ist dzt. noch ausständig.
Es zeigte sich zunehmend, dass sich Adoptiveltern vermehrt das Leben mit einem Pflegekind vorstellen können. Wenn Adoptiveltern sich soweit öffnen können, wird ihnen das Vertiefungsseminar für Pflegeeltern als intensive Schulung angeboten.
2008 wurden bei 32 Kinder die Adoption erfolgreich abgeschlossen. Meist beschliessen die BezirksrichterInnen sehr rasch die beantragten Adoptionen. Zu zeitlichen Verzögerungen kommt es, wenn RichterInnen mit der Adoptionsform (wie der anonymen Geburt) Probleme haben. Mit 2008 sind 25 Pflegeaufsichten offen.
*****
Bericht 2007:
Zur aktuellen Situation von Adoptionen:
(aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2007 in Wien)
2007 wurden 35 Säuglinge und Kleinkinder in Wiener Adoptivfamilien untergebracht. Von diesen 35 Kindern sind 16 anonym geboren. 2 Kinder wurden ins „Babynest“ gelegt. 5 Kinder wurden aus unterschiedlichsten Gründen zunächst bei Krisenpflegeeltern untergebracht und in weiterer Folge in Adoptivfamilien vermittelt.
Bei 20 Kindern haben die Mütter/Eltern eine Freigabe unterzeichnet.
Bei zwei Kindern scheiterte aufgrund einer möglichen Behinderung (schwere Krampfanfälle nach der Geburt, Toxoplasmose) die Vermittlung zu Adoptiveltern.
Bei einem anonym geborenen Kind kam es letztendlich zu keiner Freigabe, da sich die Mutter meldete und das Kind wieder übernehmen konnte.
6 Kinder wurden bei Krisenpflegeeltern untergebracht. Davon sind 3 Kinder anonym geboren bzw. kam eines aus der Babyklappe. Mittlerweile konnte von diesen 6 Kindern 1 Kind in einer Pflegefamilie untergebracht werden. Für weitere 4 Kinder konnten nach Klärung gesundheitlicher oder rechtlicher Risiken Adoptivfamilien erfolgreich angesprochen werden.
Dadurch waren 3 Kinder bereits älter als 6 Monate. 2007 gelang es 3 offene und 1 halboffene Adoption durchzuführen.
Die Zahl der zur Adoption freigegebenen Kinder ist gegenüber dem Vorjahr leicht angestiegen. Leider hat sich die Zahl der anonym geborenen Kinder dem Stand von 2002 fast angeglichen. Auch ist die Zahl der Kinder in der Babyklappe wieder auf 2 angestiegen.
Obwohl die Mütter, die überlegen ihr Kind anonym zu entbinden, oft schon im Vorfeld vermehrt Kontakt zu den KliniksozialarbeiterInnen haben, konnte 2007 die hohe Zahl an anonym erfolgten Geburten nicht verringert werden.
Nach wie vor ist ein Schwerpunkt in der Adoptionstätigkeit die umfassende Beratung und Unterstützung der freigebenden Mütter /Eltern.
Nach wie vor muss aber festgehalten werden, dass das Thema Adoptionsfreigabe hauptsächlich ein „Frauenthema“ ist und wenige dieser Frauen tatsächlich in einem sozialen gut funktionierenden Netz leben. Somit wird in den Beratungsgesprächen versucht, ihr Umfeld abzutasten und eventuell ein Betreuungs- und/oder Ressourcennetz zu schaffen.
2007 kam es zu keinem Widerruf.
2007 hatten viele der zur Adoption freigegebenen Kinder einen schweren Drogenentzug, der meist mit einem langen Aufenthalt im Spital verbunden war. Hier wird bereits während dieser Zeit von den SozialarbeiterInnen des Referats versucht, dass bereits zu diesem Zeitpunkt die zukünftigen Adoptiveltern „ihr“ Kind im Spital regelmäßig besuchen.
AdoptivwerberInnen, die sich an die SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder wenden, kommen bereits mit einer Fülle an Informationen zu diesem Thema, die sie über das Internet eingeholt haben. In den ersten Informationsgesprächen erfahren die AdoptivwerberInnen über das breite Spektrum der verschiedenen Möglichkeiten mit einem Kind zu leben, als auch die verschiedenen rechtlichen Rahmenbedingungen. So haben AdoptivwerberInnen generell die Möglichkeit, sich im Laufe der Eignungsfeststellung verschiedene andere Wege mit einem Kind leben zu wollen, zu überlegen.
Für die SozialarbeiterInnen des Referats ist erkennbar, dass die neuen AdoptivwerberInnen eine höhere Risikobereitschaft mitbringen und eher bereit sind, gesundheitliche Risiken bei den Kindern (starker Drogenentzug, Hep. C) oder auch rechtliche Unsicherheiten einzugehen.
Die Zufriedenheit der AdoptivwerberInnen mit dem Vorbereitungsseminar für Adoptiv- und Pflegeeltern wird sehr geschätzt und gut angenommen. Besonders wertvoll erleben sie neben der Auseinandersetzung zum Thema „Adoption“ das Kennen lernen anderer Betroffener. Sie tauschen sich über ihre Erfahrungen aus und stehen auch weiterhin in Kontakt. Oftmals bleiben diese Kontakte auch nach der Vermittlung eines Kindes aufrecht.
Die Wartezeit beträgt bei den AdoptivwerberInnen für ein Wiener Kind ca. 2-3 Jahre. Diese durchschnittliche Wartezeit hat sich insofern erhöht, da sich die Möglichkeit, ein Kind aus dem Ausland zu adoptieren, sehr eingeschränkt hat.
Die SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder gehen zunehmend offensiver im Bereich der offenen Adoptionsform vor. Aufgrund der Erfahrungen in den letzten Jahren mit dieser Adoptionsform, zeigte sich, dass sowohl die Adoptiveltern, als auch die leiblichen Mütter und vor allem die betroffenen Kinder am meisten von diesem offenen Umgang profitieren. Glücklicherweise sind auch die WerberInnen zunehmend offener gegenüber diesem Thema. Jedoch ist generell zu bemerken, dass sich die Adoptiveltern wesentlich aktiver als früher mit dem Thema Aufklärung ihres Kindes auseinander setzen.
2007 wurden 47 Eignungen bei Adoptiveltern überprüft und abgeschlossen. Im Bereich der Auslandsadoption sind es 33.
2007 wurde bei 30 Kindern die Adoption erfolgreich abgeschlossen.
Meist beschließen die BezirksrichterInnen sehr rasch die beantragten Adoptionen. Doch kommt es immer wieder vor, dass es zu zeitlichen Verzögerungen kommt, weil RichterInnen mit der Adoptionsform (z. B. bei der anonymen Geburt) Probleme haben.
Mit 2007 sind noch 27 Pflegeaufsichten offen.