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Realistische Zahlen zur Rückführung in die leibliche Familie

Hintergrund & Kommentare



Realistische Zahlen zur Rückführungen in die leibliche Familie


Sicherlich kann man nicht in allen Fällen eine 100% treffsichere Prognose abgeben (vor allem wenn man nur wenige Wochen Zeit zur Recherche hat) aber aufgrund der Erfahrungswerte von Sozialarbeitern gibt es doch auch eindeutige Fälle, in denen eine Rückkehr-Option zu den leiblichen Eltern ausgeschlossen werden kann.

In diesen Fällen werden die Kinder in Pflegefamilien untergebracht (dazu ein wenig Statistik aus Wien (2008): Von 169 Kindern, die im Jahr 2008 aus der Krisenpflege entlassen wurden, kehrten 69 in ihre Familie zurück. 8 Kinder wurden zu ihren Müttern in eine Mutter-Kind-Einrichtung entlassen. 78 Kinder übersiedelten in eine Pflegefamilie. Siehe RAP Statistik 2008)

2009 zeichnet ein ähnliches Bild: Von den 197 Kindern, die im Jahr 2009 aus der Krisenpflege entlassen wurden, kehrten 100 in ihre Familie zurück. 85 Kinder übersiedelten in eine Pflegefamilie, für 4 Kinder mussten institutionell versorgt werden. 2 Kinder übersiedelten mit ihren Müttern in den Mutter-Kind-Bereich und für 6 Kinder fanden sich andere Lösungen (z. B. Unterbringung der Kinder in ihrem Heimatland).


Wie sieht es nun mit der Rückführungsquote aus? Wie treffsicher sind die Prognosen der Sozialarbeiter? Die Frage ist für Pflegefamilien eine sehr wesentliche, denn es ist die Frage nach der Sicherheit. Als Verein für Pflegefamilien und Betroffene sehen wir die Situation vielleicht auch ein wenig anders als das vermittelnde Jugendamt, denn wir sehen uns nicht als "Familie auf Zeit" (diese Definition fällt ab und an wieder). Denn anders als in einer Wohngemeinschaft leben die meisten Pflegefamilien sehr intensive Bindungen, die einem "normalen" Familienmodell gleichkommen.

Wenn man mit Pflegefamilien, die auch leibliche Kinder haben, über das Thema spricht, so wird einem immer wieder bestätigt, dass keinerlei Unterschied punkto Status oder Zuwendung und Liebe gemacht wird - auch erwachsene Pflegekinder empfinden meist so, dies wurde uns in Gesprächen oft stätigt. Eine berechtigte Frage ist daher, wie die "Sicherheit" und Definition von Pflegefamilien einzustufen ist.

Wenn man auch nicht von der Statistik auf jeden Einzelfall schließen kann, so kann man aber sagen, dass eine umfassende Vorabklärung durch das Jugendamt die Sicherheit der Pflegefamilien bestärkt und allen Pflegefamilien daher sehr willkommen ist.

Im Jahr 2008 sind in Wien nur 2 von insgesamt 1.242 Pflegekindern zur leiblichen Familie zurückgegangen, im Jahr 2009 waren es nur 4 von 1.296 Pflegekindern (siehe dazu den Bericht des Referat für Adoptiv- und Pflegefamilien 2008 und 2009)


Die Zahl der Kinder, die nach einer kurzen Zeit in der Pflegefamilie wieder in ihre Familie zurückkehren ist nach wie vor gering.



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