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Daten, Fakten, Details
BERICHT 2008
Unterbringung von Kindern und Säuglingen in Pflegefamilien
(Auszüge aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2008 in Wien)
Den ganzen Bericht können Sie hier Downloaden.
Herzlichen Dank an das RAP für die Zurverfügungstellung der Unterlagen!
Krisenpflege
2008 wurden 168 Kinder in Krisenpflegefamilien versorgt. Bei 35 der angefragten Kinder erfolgte keine Unterbringung, weil einerseits aus Platzgründen das vorgesehene Alterslimit nicht mehr überschritten werden konnte und andererseits die Unterbringung nicht mehr erforderlich war.
Woher kamen die Kinder?
5 Kinder kamen aus dem Mutter-Kind-Breich. 13 Kinder kamen aus den Krisenzentren, 2 Kinder kamen aus Pflegefamilien, 103 Kinder kamen aus der Familie, 41 Kinder kamen aus dem Spital und 4 Kinder wechselten innerhalb der Krisenpflege.
2008 wurden um 23 Kinder mehr in Krisenpflege untergebracht. Die mittlere Aufenthaltsdauer stieg auf 11,3 Wochen an. 2008 stieg auch die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei der Rückkehr der Kinder in ihre Familie gegenüber 2007 an. Statt 6,5 Wochen stieg sie auf 8,3 Wochen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer bei der Vermittlung der Kinder in Pflegefamilien hat gegenüber dem Vorjahr etwas abgenommen. (2007: 14,1 Wochen, 2008 13,5 Wochen).
2008 waren nur 8 Kinder bereits einmal in einer Krisenpflegefamilie untergebracht. Dies ist gegenüber dem Vorjahr stark gesunken (2007: 17 Kinder).
Soweit es den Sozialarbeiterinnen möglich ist, wird versucht das Kind bei der selben Krisenpflegefamilie unterzubringen.
Alter bei der Vermittlung in Krisenpflege
Die größte Gruppe der Kinder, die in Krisenpflege unterzubringen sind ist im Alter von 0-6 Monate (70), die zweitgrößte Gruppe sind die Kinder im Alter von 24-36 Monate (32), die drittgrößte Gruppe bilden die Kinder in den Altersgruppen von 6-12 Monate und von 12-18 Monaten mit jeweils 21 Kindern. In der Altersgruppe von 18-24 Monate wurden 13 Kinder untergebracht. 2008 gelang es sogar 11 Kinder über 3 Jahre in Krisenpflegefamilien unterzubringen.
Beendigung aus der Krisenpflege
Von den 169 Kindern, die im Jahr 2008 entlassen wurden, kehrten 69 in ihre Familie zurück. 8 Kinder wurden zu ihren Müttern in eine Mutter-Kind-Einrichtung entlassen. 78 Kinder übersiedelten in eine Pflegefamilie. 1 Kind musste institutionell versorgt werden und für 13 Kinder fanden sich andere Lösungen (10 Kinder wurden repatriiert; 1 Kind kam in ein Krisenzentrum; 2 Kinder kamen in Adoptivfamilien).
2008 wurden nach der Abklärung 41% der Kinder von ihrer Familie versorgt.
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Situation 2007
(aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2007 in Wien)
2007 wurden 145 Kinder in Krisenpflege übernommen. Bei 52 angefragten Kindern erfolgte keine Unterbringung, weil einerseits aus Platzgründen das vorgesehene Alterslimit nicht mehr überschritten werden konnte und andererseits die Unterbringung nicht mehr erforderlich war.
Woher kamen die Kinder?
11 Kinder wurden aus dem Mutter-Kind-Bereich in Krisenpflege übernommen.
11 Kinder kamen aus den Krisenzentren (im Zuge einer Nachtaufnahme, Wochenendaufnahme oder weil Geschwister untergebracht wurden und sich die Betreuung im Krisenzentrum für die jüngeren Geschwister als schwierig herausstellte).
72 Kinder kamen aus der Familie.
3 Kinder wechselten innerhalb der Krisenpflegefamilie (Urlaubssituation, Krankheit der Krisenpflegemutter und anderes Setting in der Pflegefamilie, um den Vermittlungsauftrag der Regionalstelle Soziale Arbeit mit Familien doch noch nachkommen zu können.)
46 Kinder kamen aus dem Spital.
2007 kam kein Kind aus einer Pflegefamilie in die Krisenpflege.
Obwohl im Jahr 2007 19 Kinder weniger in der Krisenpflege untergebracht werden mussten, so hat sich die mittlere Aufenthaltsdauer auf 10,5 Wochen erhöht (2005: 7,9, 2006: 8,9).
Bei der Rückkehr der Kinder in ihre Familie zeigt sich, dass die durchschnittliche Aufenthaltsdauer nur gering gegenüber dem Vorjahr angestiegen ist. Statt 5,9 Wochen wie 2006 betrug 2007 die Aufenthaltsdauer durchschnittlich nur 6,5 Wochen. Allerdings ist die Aufenthaltsdauer bei der Vermittlung in Pflegefamilien auf durchschnittlich 14,1 Wochen angestiegen.
Der Trend von 2005 und 2006, dass die Zahl der Aufenthaltstage steigt, setzte sich – trotz geringerer Zahl von versorgten Kindern - weiter fort. Wurden von den Krisenpflegeeltern 2005 9.115 „Krisentage“ geleistet, waren es 2006 schon 10.577 und 2007 schließlich 11.170.
17 von den unterzubringenden Kindern waren bereits einmal in einer Krisenpflegefamilie untergebracht. Hier wird von den SozialarbeiterInnen der Krisenpflege versucht, soweit es möglich ist, das Kind bei der selben Krisenpflegefamilie unterzubringen.
Alter bei der Vermittlung in Krisenpflege
Auch hier bildet so wie im Jahr davor die größte Gruppe die Kinder im Alter von 0-6 Monate (62), 24 Kinder waren im Alter von 6-12 Monate, 11 Kinder im Alter von 12 – 18 Monate, 16 Kinder von 18-24 Monate und 30 Kinder über 24 Monate.
2007 konnten 13 Kinder über 24 Monate (= ca. 21%) in einer für sie geeigneten Pflegefamilie untergebracht werden. Ein Großteil dieser Kinder kam mit enormen Defiziten, sodass bereits die Unterbringung in der Krisenpflege die Pflegefamilien sehr in ihrem Engagement forderte.
Seit 2004 wurde die Altersgrenze der unterzubringenden Kinder in der Krisenpflege bis zum 3. Lebensjahr erhöht. Auch wenn sich in personell engen Zeiten diese Gruppe der Kinder als zusätzliche und besondere Belastung zeigt, so ist es immer wieder erstaunlich, wie sehr die frühkindlich deprivierten Kinder durch die familiäre Betreuung in den Krisenpflegefamilien aufholen.
Bereits nach wenigen Wochen ist das Erscheinungsbild dieser Kinder völlig anders. Wie die Erfahrung seit 2004 zeigt, so wird bei einer Vermittlung dieser Kinder in eine Langzeitpflegefamilie die durchschnittliche Aufenthaltsdauer meist wesentlich überschritten.
Eine weitere emotional sehr belastende Gruppe stellten 2007 die Kinder mit ausländischer Staatsbürgerschaft für die Krisenpflegefamilien dar, die aufgrund ungeklärter Dokumente, Aufenthaltstitel nicht rasch in eine Langzeitpflegefamilie vermittelt werden können. Eine ganz hohe und kaum zu lösende Gruppe bilden die Kinder, die auf eine Übersiedlung in ihr Heimatland warten.
Diese Gruppe „sprengte“ fast die Ressource Krisenpflegefamilie und leider verlor die MAG ELF durch die lange „Wartezeit“ 2 sehr potente Krisenpflegefamilien, die sich letztendlich entschlossen, dass diese Kinder in ihren Familien aufwachsen sollten. Beide Kinder waren von Geburt an über 6 Monate in der Krisenpflegefamilie. Trotz mehrfacher Gespräche mit den ausländischen Behörden konnte keine verbindliche Regelung getroffen werden.
An und für sich sind Krisenpflegeeltern immer bereit, Kinder auch länger als 12 Wochen zu behalten, vor allem dann, wenn die Aussicht auf Unterbringung in einer Langzeitpflegefamilie besteht. Bei den 63 Kindern, die in Pflegefamilien vermittelt wurden, wurde dieses Zeitlimit 30 Mal überschritten.
Beendigung aus der Krisenpflege
Von den 145 Kindern, die bis zum 31.12.2007 entlassen wurden, kehrten 56 in ihre Familie zurück, 12 Kinder wurden mit ihren Müttern in eine Mutter-Kind-Einrichtung entlassen, 63 übersiedelten in eine Pflegefamilie, 5 Kinder mussten institutionell versorgt werden und für 9 Kinder fand sich eine andere Lösung.
2007 wurden nach der Abklärung 39% der Kinder von ihrer Familie versorgt.
Dem Referat für Adoptiv- und Pflegekinder standen 2007 37 Krisenpflegefamilien zur Verfügung. Ein Drittel davon aus Niederösterreich und aus dem Burgenland. 6 haben ihre Tätigkeit beendet, wovon 3 Krisenpflegefamilien ihre Krisenpflegekinder übernommen haben (davon waren 2 slowakische Kinder bereits seit ihrer Geburt in den Krisenpflegefamilien), weitere 3 Krisenpflegefamilien mussten aus fachlichen Gründen „verabschiedet“ werden (Verdacht der Vernachlässigung, Datenschutzverletzung und zu geringe Kooperationsbereitschaft). 3 Krisenpflegeeltern sind neu hinzugekommen (NÖ und Burgenland).
In diesem Jahr kam es zu keiner Bewilligung in der Krisenpflege, da die meist neu Tätigen bereits ein Pflegekind oder Adoptivkind haben oder aus dem Bundesland kommen. Bereits in den letzten Jahren zeigte sich der zunehmend professionelle Zugang in der Krisenpflegefamilie, der sich auch heuer bestätigte.
Der Einstieg als Krisenpflegefamilie bedarf intensiver sozialarbeiterischer Begleitung, um den neuen Krisenpflegeeltern in der für sie neuen Situation entsprechend Sicherheit geben zu können. Hier muss die Pflegeaufsicht im Besonderen wahrgenommen werden. Nur so gelingt es, dass die Krisenpflegeeltern der MAG ELF erhalten bleiben.
Durch die längere Aufenthaltsdauer der Kinder in den Krisenpflegefamilien, der im Frühjahr bis im Sommer hin stark beengten personellen Ressourcen (Langzeitkrankenstände), war es kaum mehr möglich, die neuen Krisenpflegeeltern verlässlich zu begleiten. Überlegungen, wie das Mentoring und die Einführung von einmal jährlich stattfindenden Reflexionsgesprächen, konnten daher nicht umgesetzt werden.
Ein Vergleich der Entwicklung der monatlichen Unterbringungszahlen in den Jahren 2001-2006 zeigt eine Bedarfsspitze in den Monaten Juni/Juli an.
Aufgrund der Belastungen der Jahre davor (2006 und 2005) und der lang anhaltenden personellen Engpässe (bedingt durch Langzeitkrankenstände) zeigten 2007 die Krisenpflegefamilien starke Erschöpfungszustände.
Einige der Krisenpflegeeltern bedurften aufgrund traumatischer Ereignisse längerer Pausen, andere fielen krankheitsbedingt für eine längere Zeit aus.
Es zeigt sich immer wieder, dass gerade die Krisenpflegeeltern eine kontinuierliche gute und professionelle Betreuung brauchen. Auch hat sich das Anforderungsprofil der Krisenpflegeeltern verändert. Krisenpflegeeltern müssen in der Lage sein, bei der Übernahme des Kindes ihre Beobachtungen zu notieren. Sie müssen im Verlauf auch die weiteren Entwicklungsschritte, Auffälligkeiten etc. verschriftlichen. Selbstverständlich fordert der Umgang mit den Eltern einen hohen professionellen Umgang.
Dringend notwendig sind die regelmäßig stattfindenden Reflexionsgespräche mit den Krisenpflegeeltern und die Installierung eines Mentoring. Durch die Stundenaufstockung in der Krisenpflege mit Oktober hat sich die Situation wesentlich verbessert.
2007 fand kein Wochenendseminar für Krisenpflegeeltern statt. Dafür wurden gezielte Fortbildungsangebote für die Krisenpflegeeltern gesetzt. Neu ist auch, dass jeden 3. Donnerstag im Monat eine verpflichtende Fortbildung mit Kinderbetreuung für die Krisenpflegeeltern eingerichtet werden konnte.
Nach wie vor stellt das regelmäßige Gruppentreffen der Krisenpflegeeltern eine sehr wichtige Unterstützung in der Arbeit der Krisenpflegeeltern dar. Sie dient nicht nur dem Austausch, sondern gibt die Möglichkeit, sich mit bestimmten Themen zu beschäftigen.