Igelkinder - Die Seite für Pflegefamilien in Österreich


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Aktuelle Situation der Dauerpflegeeltern in Wien

Daten, Fakten, Details


BERICHT 2009 (WIEN)



Unterbringung von Kindern und Säuglingen in Pflegefamilien
(Auszüge aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2008 in Wien)


Den ganzen Bericht können Sie hier Downloaden.
Herzlichen Dank an das RAP für die Zurverfügungstellung der Unterlagen!



Mit 31.12.2009 befanden sich 1296 Säuglinge, Kinder und Jugendliche sowohl in Wiener Pflegefamilien als auch in Pflegefamilien im Bundesland. Es leben 548 Kinder und Jugendliche in Wien und 748 Kinder und Jugendliche im Bundesland. 224 Kinder und Jugendliche leben bei ihren Verwandten.

2009 sind insgesamt 2943 Kinder und Jugendliche in Voller Erziehung untergebracht. Das sind um 97 Kinder und Jugendliche mehr in Pflegefamilien und bei Verwandten als in Wohngemeinschaften.

Die Gesamtzahl der untergebrachten Kinder und Jugendlichen in Pflegefamilien auch 2009 neuerlich angestiegen:

So konnten 126 Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden, wobei 2 Kinder im Rahmen der Vermittlung in Adoptivfamilien kamen. Gegenüber dem Vorjahr konnte nochmals eine Steigerung um 15% bei der Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien erreicht werden.

Das mit 2002 gesetzte Ziel mehr Kinder in Wiener Pflegefamilien unterzubringen konnte auch dieses Jahr erreicht werden. Die gesetzten Maßnahmen wie eine klare Arbeitsaufteilung, professionelle Vorbereitung, Schulung, Begleitung und Unterstützung der Pflegefamilien sind wichtige Garanten zur Zielerreichung.

Von den 126 Säuglingen, Kindern und Jugendlichen wurden 92 in Wien und 34 Kinder in den Bundesländern, allen voran Niederösterreich mit 20 Kindern untergebracht.



Nach wie vor bestätigt sich, dass Pflegeeltern, die gut betreut und begleitet werden, denen auch ausreichend fachliche Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, sich mehr Belastungen zu trauen und "Botschafter" für neue Pflegeeltern sind.

Für die Soziale Arbeit bedeutet das, dass eine gute, fundierte sozialarbeiterische Betreuung der Pflegeeltern, die Chance für Kinder in einer Pflegefamilie aufwachsen zu können, erhöht, auch wenn sie mit traumatischen Erfahrungen konfrontiert sind, konfliktreiche Elternkontakte haben oder auch mit einem schwierigen familiären Hintergrund belastet sind.



Wiener Pflegekinder im Bundesland


Mit 31.12.2009 leben 748 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien in den Bundesländern.
2009 konnten 34 Säuglinge und Kleinkinder bei Pflegefamilien in den Bundesländern untergebracht werden. Auch 2009 ist die Zahl der in Pflegefamilien untergebrachten Kinder zum Vorjahr nochmals gesunken.

In den Bundesländern werden Pflegeeltern zunehmend eine wichtige Ressource im Rahmen der Vollen Erziehung. Viele Bundesländer haben eine intensive, verpflichtende Vorbereitung der Pflegeeltern. Nur unter der Voraussetzung, dass WerberInnen dem jeweiligen Bundesland zumindest ein halbe Jahr zur Verfügung stehen, können Wiener Kinder in einer Pflegefamilie im Bundesland untergebracht werden.

Obwohl die Sozialarbeiterinnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder den Sozialarbeiterinnen der Bezirkshauptmannschaften/Abteilung Jugendwohlfahrt gute und tragfähige Angebote setzen und auch vereinbarte Regeln einhalten, werden immer weniger "wartende" Pflegefamilien genannt.

Bei der Vermittlung eines Pflegekindes müssen die Sozialarbeiterinnen der Bezirkshauptmannschaften/Abteilung Jugendwohlfahrt miteinbezogen werden.. Die Sozialarbeiterinnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder übernehmen die erste Besuchs/Kontaktvereinbarung und unterstützen bei Krisen, schwierigen familiären Situationen die Sozialarbeiterinnen vor Ort.

Gerade die serviceorientierten Angebote, die qualifizierte Abklärung des Wiener Jugendamtes bei der Entscheidung zur Unterbringung von Kindern, die langjährige gewachsene und gute Kooperation zwischen den Sozialarbeiterinnen des Referats und den Sozialarbeiterinnen der Jugendabteilungen sind die Basis, um überhaupt Pflegefamilien kennen lernen zu können.



Beendigung von Pflegeverhältnissen

Ein Pflegeverhältnis kann durch folgende Gründe beendet werden:

  • Gründung eines eigenen Haushaltes/Verselbständigung,
  • durch Rückkehr des Kindes in seine Familie,
  • durch Adoption durch die Pflegeeltern,
  • durch ein krisenhaftes Geschehen in der Familie, das eine Unterbringung in einer WG/Heim/Krisenzentrum/Krisenpflege erfordert
  • durch einen Wechsel in eine andere Pflegefamilie
  • durch Übersiedlung in eine Einrichtung um eine Ausbildung zu machen und
  • durch Tod.


2009 wurden insgesamt 50 Pflegeverhältnisse beendet. Davon 23 in Wien und 27 im Bundesland. Nach wie vor ist die Gründung eines Haushaltes/Verselbständigung der häufigste Grund unter den Beendigungen, wobei die meisten jungen Erwachsenen weiterhin in der Pflegefamilie leben. Beendet wird das Pflegeverhältnis auch dann, wenn die/der junge Erwachsene weder eine Lehre, noch eine Schulausbildung absolviert. Das Alter bei der Beendigung aufgrund der Selbständigkeit liegt bei 19 Jahren. Insgesamt waren dies 22 junge Erwachsene. Leider verstarb ein junger Erwachsener bei einem Autounfall.

Die Zahl der Kinder, die nach einer kurzen Zeit in der Pflegefamilie wieder in ihre Familie zurückkehren ist nach wie vor gering, sowohl in Wien als auch im Bundesland. Insgesamt waren das 4 Kinder (davon ein Jugendlicher).

Gerade in der Pubertät ist manchmal die Trennung von Pflegeeltern und Pflegekinder unumgänglich. Hier wird versucht von den Sozialarbeiterinnen und SozialpädagogInnen die Kontakte zur Pflegefamilie möglichst aufrecht zu erhalten, um so eine Entspannung in der sehr schwierigen Lebensphase zu erreichen.

Aufgrund schwerer frühkindlicher Deprivationen sind leider auch immer wieder jüngere Kinder von einem neuerlichen Abbruch des Pflegeverhältnisses betroffen.

2009 wurden zwei Kinder im Krisenzentrum untergebracht und 1 Kind kam aus einer Pflegefamilie in die Krisenpflege.

11 Kinder und Jugendliche wurde in einer WG/Heim untergebracht.

2 Kinder mussten die Pflegefamilie wechseln.

6 Kinder wurden von ihrer Pflegefamilie adoptiert, wobei davon einer im Alter von 17 Jahren war.

Bei 2 Wiener Pflegekinder wurde der Pflegefamilie die Obsorge gerichtlich übertragen.




Anstellung für Wiener Pflegefamilien

Mit 31.12.2009 sind 200 Pflegepersonen angestellt. Das sind um 35 Angestellte mehr als 2008.

Die angestellten Pflegepersonen teilen sich in 160 Pflegemütter, 14 Pflegeväter und 26 Krisenpflegemütter. Die Anstellung wird besonders von den neubesetzten Pflegeeltern angenommen und ist steigend, wenn auch nicht alle der angestellten Pflegeeltern die Fortbildung nutzen und die Fortbildung in den letzten Jahren wieder mehr von den nicht angestellten Pflegeeltern gebucht wird.

Nach wie vor wird die Supervision vom Institut für Erziehungshilfe angeboten und abgedeckt. Ein hoher Prozentsatz der angestellten Pflegepersonen nimmt dieses Angebot sehr gerne in Anspruch und ist auch professionell bestens begleitet. Dies führt allerdings dazu, dass es kaum eine Bewegung in den Supervisionsgruppen gibt, sodass die neuen Pflegeeltern nur im geringem Maße in den bestehenden Gruppen untergebracht werden können. Aus Kapazitätsgründen werden vom Referat für Adoptiv- und Pflegekinder bereits 3 Supervisionsgruppen organisiert.

Die Organisation des Fortbildungsbereiches, die sowohl für angestellte als auch nicht angestellten Pflegeeltern angeboten wird, wird zur Gänze über das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder abgewickelt. So wie im Vorjahr hat sich die Prozentzahl der Pflegeeltern ,die eine Fortbildung besuchen zu Gunsten der nicht angestellten Pflegeeltern verschoben.


Das bedeutet, dass für viele Pflegeeltern nicht nur die Inhalte des Fortbildungsprogramms interessant sind, sondern dass auch der offene Zugang ein wichtiges Kriterium ist.

2009 wurde von den Pflegeeltern vor allem Fortbildungen aus der Psychologie (36%) in Anspruch genommen, gefolgt von Themen, welche die Pflegeeltern unterstützen (26%). 14% der Kurse mussten leider aufgrund geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden. Diese Zahl hat sich gegenüber dem Vorjahr verdoppelt.


2009 wurden 59 Veranstaltungen angeboten.

Davon mussten 8 Fortbildungsveranstaltungen abgesagt werden. Aber es wurden auch Fortbildungen eingeschoben, wenn das Interesse und der Andrang der Pflegeeltern zu diesem Thema sehr hoch war.

Insgesamt nutzen 509 Personen die Fortbildung.

Die Sozialarbeiterin des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder versucht das Programm möglichst vielfältig und breitgefächert zu gestalten. So wird auch immer die Möglichkeit offen gehalten zusätzliche Themenbereiche während des laufenden Jahres einzuschieben bzw. anzubieten. Die Zufriedenheit der Pflegeeltern mit den angebotenen Themen ist sehr hoch.

Nach wie vor gibt es für Krisenpflegeeltern verpflichtende Angebote, wie z. B. Entwicklungspsychologie, Datenschutz und Erste Hilfe für Kinder. Es hat sich bereits in der Praxis bewährt, dass Krisenpflegeeltern hier laufend geschult werden.


Das Interesse an Fortbildungen ist sowohl bei den Pflegeeltern als auch bei den ReferentInnen sehr hoch. Die Pflegeeltern werden als eine sehr engagierte und an Fortbildungen interessierte Gruppe erlebt und bringen sich auch selbst als Vortragende immer wieder ein.

2009 waren 6 Vortragende MitarbeiterInnen der MAG ELF, 10 Vortragende kamen aus externen Bereichen. Es gab in diesem Jahr kein Fortbildungsangebot einer Pflegemutter/-vater.




BERICHT 2008 (WIEN)

Unterbringung von Kindern und Säuglingen in Pflegefamilien
(Auszüge aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2008 in Wien)


Den
ganzen Bericht können Sie hier Downloaden.
Herzlichen Dank an das RAP für die Zurverfügungstellung der Unterlagen!



Unterbringung von Kinder und Säuglingen in Pflegefamilien

Mit 31.12.2007 befanden sich 1242 Säuglinge, Kinder und Jugendlichen sowohl in Wiener Pflegefamilien als auch in Pflegefamilien im Bundesland. Davon leben 496 Kinder und Jugendliche in Wien und 746 Kinder und Jugendliche bei Pflegeeltern im Bundesland.
208 Kinder und Jugendliche leben bei ihren Verwandten.

Insgesamt sind 2767 Kinder und Jugendliche 2008 in Voller Erziehung untergebracht. 2008 konnten um 133 Kinder und Jugendliche mehr in Pflegefamilien und bei Verwandten als in Wohngemeinschaften untergebracht werden.

Wie aus folgender Abbildung (im Bericht zu finden) zu sehen ist, ist die Gesamtzahl der untergebrachten Kinder und Jugendlichen 2007 angestiegen.

2008 konnten 109 Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden. Das sind um 22 Kinder mehr als im Vorjahr. Nach wie vor zeichnet es sich ab, dass die begonnenen Ziele in der Arbeit mit den Pflegeeltern und Pflegekindern in Wien höchst erfolgreich umgesetzt worden sind. Auch 2008 ist es gelungen wesentlich mehr Pflegekinder in Wien als in den Bundesländern unterzubringen.

Von den 109 Säuglingen, Kindern und Jugendlichen wurden 62 in Wien und 47 in den Bundesländern, allen voran Niederösterreich mit 34 Kindern untergebracht. Das ist eine enorme Steigerung, zumal sich eine Vermittlung eines Kindes in eine Pflegefamilie im Bundesland zunehmend schwieriger gestaltet.

Von den 109 untergebrachten Kindern kamen 79 aus der Krisenpflege und 30 Kinder aus Einrichtungen wie Spital (15), Krisenzentren (7), Herkunftsfamilie (6) und Wohngemeinschaften (2). Auch 2008 kam kein Kind aus dem Mutter-Kind-Bereich direkt in eine Pflegefamilie.


Altersverteilung bei der Unterbringung von Kindern und Säuglingen

2008 ist es wieder gelungen Kinder, die älter als 36 Monate sind in Pflegefamilien unterzubringen.

Die Größte Gruppe der Kinder, die in Pflegefamilien mit Langzeitprognose untergebracht wurden, bildet nach wie vor die Altersgruppe von 0 - 6 Monate (= 36 Kinder), gefolgt von der zweitgrößten Gruppe von Kindern, die 36 Monate und älter sind (=34 Kinder). Die drittgrößte Gruppe ist die Altersgruppe von 6-12 Monate (= 15 Kinder), gefolgt von der Altergruppe von 18-14 Monate (= 13 Kinder). Den Abschluss bildet die Altersgruppe der Kinder von 12-18 Monate (=11 Kinder).

2008 gelang es viele in ihrer Entwicklung beeinträchtigten Kinder in Pflegefamilien unterzubringen. Doch um diese Familien zu unterstützen bedarf es nicht nur massiver sozialarbeiterischer Betreuung (gute Begleitung der Besuchskontakte, hohes fachliches sozialarbeiterisches Wissen über Auswirkung von Deprivation bei Kindern, etc.) sondern auch wiederkehrender Gespräche mit den Pflegeeltern im Rahmen der Eingewöhnungsphasen, das zur Zeit nur sehr eingeschränkt von den PsychologInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder in Form eines Elterncoachings angeboten wird.

Die Erfahrungen seit 2002 zeigen, dass Pflegeeltern, die sich gut begleitet und betreut fühlen, denen ausreichende fachliche Ressourcen zur Seite gestellte werden, sich mehr an Belastungen zu trauen und diese auch bewältigen können. Bei positiver Erfahrung sind diese Pflegeeltern ganz wichtige und nicht zu unterschätzende Werbeträger für die Gewinnung neuer Pflegeeltern. Diese indirekte Steuerun darf nicht unterschätzt und außer Acht gelassen werden.

Für die Soziale Arbeit heißt dasm dass eine gute und fundierte Betreuungsarbeit der Pflegeeltern durch die SozialarbeiterInnen der Regionalstellen "Soziale Arbeit mit Familien", Kindern mit schwierigem Hintergrund, traumatischen Erleben, konfliktreichen Elternkontakten, die Chance in einer Pflegefamilie aufzuwachsen, erhöhen.
Gleichzeitig bietet auch das familiäre Umfeld einer Pflegefamilie den Kindern die Möglichkeit, neue Bindungen einzugehen, ihr Potenzial zu erkennen und auszuschöpfen und eine Berufsausbildung zu erlangen bzw. verselbständigt zu werden.


Wiener Pflegekinder im Bundesland


Mit 31.12.2007 lebten 746 Kinder und Jugendliche in Pflegefamilien in den Bundesländern.

Im Jahre 2008 konnten 47 Säuglinge und Kleinkinder bei Pflegefamilien in den Bundesländern untergebracht werden, wobei die Gruppe der Pflegeeltern, die sich die Aufnahme eines Kindesgarten- und/oder Vorschulkindes vorstellen kann, ebenso in den Bundesländern zu finden ist.

Auch hier zeigt sich, dass die Werbekampagne über die Grenzen Wiens hinausgeht und den WerberInnen bundesweit bekannt ist.

Obwohl die Sozialarbeiterinnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder den Sozialarbeiterinnen der Bezirkshauptmannschaften/Abteilung Jugendwohlfahrt gute und tragfähige Angebote setzen und auch vereinbarten Regeln einhalten, sind die Vermittlungen zurück gegangen und gestalten sich zunehmend mühsamer.

Auch in den Bundesländern sind Pflegeeltern zunehmend eine wichtige Ressource bei der Unterbringung von Kindern im Rahmen der Vollen Erziehung. Viele Bundesländer haben eine verpflichtende Ausbildung und Vorbereitung für die Pflegeeltern. Es kann zumeist mit den zuständigen Landesregierungen/Jugendabteilungen vereinbart werden, dass WerberInnen für Wiener Pflegekinder nur unter der Voraussetzung offen sind, wenn sie im eigenen Bereich nicht innerhalb eines halben Jahres besetzt werden konnten.

Die Sozialarbeiterinnen der Bezirkshauptmannschaften/Abteilung Jugendwohlfahrt werden bei der Vermittlung eines Pflegekindes intensiv miteinbezogen. Die Sozialarbeiterinnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder übernehmen die erste Besuch/Kontaktvereinbarung und unterstützen bei Krisen, schwierigen familiären Situationen, etc die Sozialarbeiterinnen vor Ort.

Gerade die serviceorientierten Angebote, die qualifizierte Abklärung des Wiener Jugendamtes bei der Entscheidung zur Unterbringung von Kindern, die langjährige, gewachsene und gute Kooperation zwischen den Sozialarbeiterinnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder mit den Sozialarbeiterinnen der Jugendabteilungen sind die Basis, um überhaupt Pflegefamilien kenne lernen und Wiener Kinder in Pflegefamilien in den Bundesländern unterbringen zu können.


Beendigung von Pflegeverhältnissen

2008 wurden 35 Pflegeverhältnisse beendet. Dies erfolgt durch Gründung eines eignene Haushaltes/Verselbständigung, durch Rückkehr des Pflegekindes zu seinen Eltern/Verwandten, durch Adoption, durch eine Unterbringung in einer WG/Heim/Krize/Krisenpflege oder auch durch Wechsel in eine andere Pflegefamilie und durch Übersiedlung in eine Einrichtung um eine Ausbildung zu tätigen.

Die Gründung eines Haushaltes/Verselbständigung ist nach wie vor die höchste Zahl bei den Beendigungen, wobei die meisten jungen Erwachsenen weiterhin bei den Pflegeeltern wohnen.

Bei 4 jungen Erwachsenen wurde das Pflegeelterngeld eingestellt, das sie weder eine Lehr- noch Schulausbildung absolvierten.

Die Zahl der Kinder, die nach einer kurzen Zeit in der Pflegefamilie wieder in ihre Familie zurückkehren ist nach wie vor gering und betrifft sowohl die Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien im Bundesland als auch in Wien.
(laut Grafik RAP Arbeitsbericht waren das im Jahr 2008 nur zwei Kinder)

2008 wurde 1 Kind von seiner Pflegefamilie im Bundesland adoptiert. Bei einem Wiener Pflegekind wurde der Pflegefamilie die Obsorge gerichtlich übertragen. Die zweitgrößte Gruppe bilden die Unterbringung der Pflegekinder in einer WG/Heim oder auch vorübergehend in einem Krisenzentrum/Krisenpflegefamilie.

Gerade in der Pubertät ist manchmal die Trennung zwischen Pflegeeltern und Pflegekindern unumgänglich. Hier versuchen die SozialarbeiterInnen mit den SozialpädagogInnen die Kontakte zur Pflegefamilie möglichst aufrechtzuerhalten, um so eine Entspannung in dieser oftmals schwierigen Lebensphase zu erreichen.

Aufgrund schwerer frühkindlicher Deprivationen sind auch immer wieder jüngere Kinder von einem neuerlichen Abbruch des Pflegeverhältnisses betroffen.

Die meisten Verselbständigungen gab es im Bundesland. Hier liegt das Alter bei 19 Jahren. Nach wie vor kommt es im Bundesland immer wieder zu Unterbringung in einer Einrichtung aufgrund von Ausbildungszwecken.



Anstellung für Wiener Pflegefamilien

Mit 31.12.2008 waren 165 Pflegepersonen angestellt. Das sind um 17 Angestellte mehr als 2007.
Von diesen165 Pflegepersonen sind 158 Frauen und 7 Männer. Die Anstellung wird besonders gerne von dem neubesetzten Pflegeeltern angenommen und ist steigend.

Die Supervisionen werden vom Institut für Erziehungshilfe (child guidance clinic) angeboten und auch abgedeckt. Ein hoher Prozentsatz der angestellten Pflegeeltern nimmt dieses Angebot sehr gerne in Anspruch und fühlt sich äußerst professionell betreut.
Da die Supervisionsgruppen sehr ausgelastet sind, werden 2 Supervisionsgruppen vom Referat für Adoptiv- und Pflegeeltern angeboten.

Die Organisation des Fortbildungsbereiches, der sowohl den angestellten als auch den nicht-angestellten Pflegeeltern zur Verfügung steht, wird zur Gänze über das Referat für Adoptiv- und Pflegekinder abgewickelt.

So wie im Vorjahr hat sich die Prozentzahl der Pflegeeltern, die eine Fortbildung besuchen zu den nicht-angestellten Pflegeeltern verschoben. Das bedeutet, dass für viele Pflegeeltern nicht nur die Inhalte des Fortbildungsprogramms interessant sind, sondern sich auch der differenzierte Zugang als ein wichtiges Kriterium darstellt.

2008 wurden von den Pflegeeltern vor allem Fortbildungen, die die Pflegeeltern unterstützen sollten (FB zu Empowerment, Entspannung, etc.), in Anspruch genommen (39%). Den zweit wichtigsten Themenbereich bildeten psychologische Themen (29%).

2008 wurden 68 angeboten. 7 davon mussten wegen zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden. Dafür wurden einige Themenschwerpunkte wegen ihrer großen Nachfrage zusätzlich eingeschoben.

Die Sozialarbeiterin des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder versucht das Programm möglichst vielfältig zu gestalten und auch die Möglichkeit zusätzlicher Themenbereiche während des Fortbildungsjahres einzuschieben, aufrecht zu erhalten. Nur so kann gewährleistet werden, dass die Pflegeeltern aus einem interessanten, abwechslungsreichen und professionellen Angebot wählen können.

Bewährt haben sich nach wie vor die verpflichtenden Fortbildungsangebote für Krisenpflegeeltern. So werden alle Krisenpflegeeltern in den Bereichen Entwicklungspsychologie von 0-3 Jahren oder zum Datenschutz laufend geschult.

Das Interesse an Fortbildungen sowohl bei den Pflegeeltern als auch bei den ReferentInnen ist weiterhin sehr hoch. Die Pflegeeltern werden als eine sehr engagierte und an Fortbildungen interessierte Gruppe erlebt und bringen sich auch selbst als Vortragende immer wieder ein.



********

SITUATION 2007

Unterbringung von Kindern und Säuglingen in Pflegefamilien
(aus dem Arbeitsbericht des Referat für Adoptiv und Pflegekinder 2007 in Wien)

Es gibt familiäre Situationen, in denen Eltern ihre Kinder nicht mehr im ausreichenden Maße versorgen können, sodass sie außerhalb ihrer Familie – entweder bei Verwandten oder in einer geeigneten Pflegefamilie untergebracht werden müssen (§ 27 Abs. 6 WrJWG und § 34 Abs. 2 WrJWG).

Mit 31.12.2007 befanden sich 1166 Säuglinge, Kinder und Jugendliche in 894 Pflegefamilien. Davon leben 462 Kinder und Jugendliche in 355 Wiener Pflegefamilien und 704 Kinder und Jugendliche in 539 Pflegefamilien im Bundesland. 210 Kinder und Jugendliche leben bei ihren Verwandten.

Wie aus folgender Abbildung zu sehen ist, ist die Gesamtzahl der untergebrachten Kinder und Jugendlichen 2007 angestiegen. 2007 konnten 87 Kinder in Pflegefamilien untergebracht werden. Dies sind um 19 Kinder weniger als im Vorjahr. Allerdings sank auch die Zahl der Unterbringungen von Kindern in der Krisenpflegefamilie. Auch hier waren um 19 Kinder weniger untergebracht als 2006.

Nach wie vor zeigt es sich, dass die begonnenen Ziele in der Arbeit mit den Pflegeeltern und Pflegekindern in Wien erfolgreich umgesetzt werden, da es 2007 wieder zu mehr Unterbringungen von Pflegekindern in Wien als in den Bundesländern kam.

Von den 87 untergebrachten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen wurden 44 in Wien und 42 in den Bundesländern untergebracht, allen voran Niederösterreich mit 30 Kindern. Ein Kind wurde zu einer bereits bekannten Pflegefamilie nach Deutschland vermittelt.

Von den 87 untergebrachten Säuglingen, Kindern und Jugendlichen kamen 63 aus der Krisenpflege und 24 aus Einrichtungen wie Spital (10 Kinder), Wohngemeinschaften (5 Kinder), Krisenzentrum (5 Kinder) und der Herkunftsfamilie (4 Kinder). 2007 kam kein Kind aus dem Mutter-Kind-Bereich direkt in eine Pflegefamilie.

Neben einer guten Vorbereitung der Pflegeeltern auf ihre künftige Tätigkeit, tragen die folgenden angeführten Punkte zu einer qualitativen, fundierten Vermittlung bei:

  • umfassende Abklärung der Familiensituation des unterzubringenden Kindes
  • genaue Anamnese über die Bedürfnisse des Kindes
  • Kennen lernen von Eltern und Pflegeeltern
  • eine erste Vereinbarung künftiger Kontakte
  • Altersverteilung bei der Unterbringung von Kindern und Säuglingen


Auch 2007 ist es gelungen, so genannte „ältere“ Kinder unterzubringen. Die Altersverteilung bei der Unterbringung von Kindern in Pflegefamilien zeigt heuer ein verändertes Bild. So bildete die größte Gruppe der Kinder, die in einer Langzeitpflegefamilie untergebracht werden mussten, die Altersgruppe von 0-6 Monate (= 34 Kinder). Gefolgt von der zweitgrößten Gruppe von Kindern in der Altersgruppe von 19 Monaten und älter (= 24 Kinder). Die drittgrößte Gruppe bildet die Altersgruppe von 7-12 Monate (= 17 Kinder) und die letzte Altersgruppe bilden die Kinder von 13-18 Monaten (= 12 Kinder).

Nach wie vor gelang es auch im Jahr 2007 für „ältere“ Kinder und auch „bedürftige“ Kinder Pflegefamilien zu finden. Ein Kind mit Down-Syndrom konnte neuerlich bei einer bekannten deutschen Pflegefamilie untergebracht werden.

Es ist in der Arbeit des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder zu bemerken, dass die Werbung um Pflegeeltern sich wirklich gesetzt hat und selbstverständlicher Pflegeeltern für größere Kinder zu gewinnen sind.



„Ohne Betreuungsarbeit keine Weiterentwicklung im Pflegefamilienbereich“

Nach wie vor ist eine gute und umfassende Betreuung der Pflegefamilien ein wichtiger Grundstein in diesem Bereich. Pflegeeltern, die sich gut begleitet fühlen, trauen sich mehr an „Schwierigkeiten“, mit den Eltern ihres Pflegekindes oder auch mit dem Kind selbst zu. Bei positiver Erfahrung sind diese Pflegeeltern wichtige und nicht zu unterschätzende Werbeträger um wieder neue Pflegeeltern zu gewinnen. Dieses „indirekte Steuerungsinstrumentarium“ darf in seiner Bedeutung nicht außer Acht gelassen werden.

Für die Sozialarbeit heißt das, dass eine gute und fundierte Betreuungsarbeit der Pflegeeltern durch die SozialarbeiterInnen der Regionalstellen „Soziale Arbeit mit Familien“, Kindern mit schwierigem Hintergrund, traumatischem Erleben, konfliktreichen Elternkontakten, die Chance in einer Pflegefamilie aufzuwachsen, erhöhen. Gleichzeitig bietet auch das familiäre Umfeld einer Pflegefamilie den Kindern die Möglichkeit, neue Bindungen einzugehen, ihr Potenzial auszuschöpfen und letztendlich auch die Möglichkeit, eine Berufsausbildung zu erlangen.



Wiener Pflegekinder in den Bundesland

Mit 31.12.2007 lebten 704 Kinder und Jugendliche in 539 Pflegefamilien in den Bundesländern.

2007 konnten 42 Säuglinge und Kleinkinder in den Bundesländern untergebracht werden, wobei die Gruppe der Pflegeeltern, die sich die Aufnahme eines Kindergarten- und Vorschulkindes vorstellen kann, ebenso in den Bundesländern zu finden ist.

Auch hier zeigt sich, dass die Werbekampagne über die Grenze Wiens hinausgeht und den WerberInnen bundesweit bekannt ist. So wie auch im Wiener Bereich werden die SozialarbeiterInnen der Bezirkshauptmannschaften/ Abteilung Jugendwohlfahrt bei der Vermittlung eines Pflegekindes intensiv miteinbezogen. Nur mit deren Zustimmung kann ein Wiener Pflegekind ins Bundesland vermittelt werden.

Das Jahr 2007 war besonders im Bundesland trotz der guten Angebote, die die Wiener SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder setzen, geprägt von äußerst mühsamen Vermittlungsversuchen. Auch in den Bundesländern gewinnt die Pflegefamilie zunehmend an Bedeutung als Ressource für die Jugendwohlfahrt. Viele Bundesländer haben eine verpflichtende Ausbildung und Vorbereitung für die Pflegeeltern. Aus Kostengründen werden dann häufig die wartenden Pflegefamilien für die „Wiener Kinder“ zumindest eine gewisse Zeit „gesperrt“ (meist ein halbes Jahr).

Oftmals zeigt sich aber, dass die von Wien aus unterzubringenden Kinder, den Vorstellungen und Belastungen der Pflegeeltern in den Bundesländern eher entsprechen, als die Kinder, die aus den eigenen Bereichen kommen.

Die SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder übernehmen die erste Besuchs-/Kontaktvereinbarung und unterstützen bei Krisen, schwierigen familiären Situationen, etc. die SozialarbeiterInnen vor Ort.

Gerade die Unterstützungsangebote, die qualifizierte Abklärung der Wiener Jugendwohlfahrt bei der Entscheidung zu Unterbringung von Kindern, die langjährige, gewachsene und gute Zusammenarbeit zwischen den SozialarbeiterInnen des Referats für Adoptiv- und Pflegekinder mit den SozialarbeiterInnen der einzelnen Jugendabteilungen bilden das Fundament um überhaupt Pflegefamilien kennen lernen und Wiener Kinder in Pflegefamilien in den Bundesländern unterbringen zu können.


Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü